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1. Geologie
2. Tonlagerstätten
3. Abbautechnik
4. Rekultivierung
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Der Rundgang beginnt mit einer kurzen Einführung in die Geologie und die Entstehung der Tonlagerstätten. Anhand eines Bohrkerns (Original-Durchmesser) wird im Maßstab 1 : 100 die Schichtung einer Tonlagerstätte mit den durch verschiedene Elementoxide (Titan, Eisen) eingefärbten Tonschichten erklärt. Interessierte Besucher können an dieser Stelle umfangreiche Details über die Entstehung der Lagerstätten, die Besonderheiten der verschiedenen Tonqualitäten und deren Verwendung erfahren. Dass Ton nicht nur im Westerwald gewonnen wird, sondern es auch zahlreiche Vorkommen im gesamten Bundesgebiet gibt, wird mit einer Lagerstättenkarte verdeutlicht. Die Minerale Ton und Basalt gehören zum Westerwald. In der letzten eruptiven Phase vor ca. 5 Mio Jahren haben sich magmatische Massen ihren Weg durch den Ton gebahnt und teilweise überlagert (Abraum). Das Bild von einem Schlot auf der Grube Esther zeigt, wie die glühende Lava die Tonlagerstätte durchstoßen und den gelben Ton im Randbereich gebrannt hat.

 Exploration (Lagerstättenerkundung)

 Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Grubenfelder auf kleinen Flächen gehalten, und eine Erweiterung nur dann vom Bergamt zugelassen, wenn das bisherige Feld ausgebeutet war. Zur Bestimmung neuer Tonlager brachten viele Tongräber Schächte nieder, um sofort mit der Tonförderung beginnen zu können, wenn sie fündig wurden. Andere bohrten mit provisorischem Gerät, um sich die schwere, zeitraubende Arbeit des Schachtabteufens zu ersparen. Dennoch war das Bohren sehr mühselig (Bild ). Heute wird mit modernen, automatischen Kernbohrgeräten auf Selbstlauflafette gearbeitet. Die neueste Gattung kann von einem Mann bedient werden und erreicht mühelos 100 m Tiefe.

Neben dem Thema Tonbelehnungen – eine Besonderheit im Herzogtum Nassau – werden noch die Landvermessung und markscheiderische Arbeiten im ersten Ausstellungsabschnitt behandelt.

Die Entwicklung der Gewinnungstechnik

Über die verschiedenen Stollentypen und Ausbauformen, vom Glockenschacht  bis hin zum modernen Tagebau, wird die gesamte technische Entwicklung im Tonbergbaus – auch für Laien verständlich – demonstriert. Viele Gruben, die heute im Tagebau bewirtschaftet werden, sind bereits schon einmal untertägig abgebaut worden. Durch die Abbautechnik Glockenschacht und Tiefbau waren Sicherheitsabstände notwendig, die zu hohen Abbauverlusten führten. Beim Glockenschacht konnten z. B. nur maximal 50 % des theoretisch gewinnbaren Tones tatsächlich gefördert werden. Aufgrund der hohen Abbauverluste und des hohen Unfallrisikos wurde diese Technik 1942 verboten. In Tagebauen stößt man immer wieder auf Relikte dieser alten Abbau-methoden.

 In Absprache mit dem Grubenbetreiber können auch Führungen im benachbarten Tagebau Hohewiese durchgeführt werden – ein Ausflug, den man allerdings nur bei gutem Wetter unternehmen sollte.

 Rekultivierung und Folgenutzung

Den Themenschwerpunkt im Bereich Rekultivierung und Folgenutzung bildet die Ausstellung über den ehemaligen Tontagebau Straubinger in Moschheim.  Zum ersten Mal konnte die Geschichte eines Tagebaus komplett dokumentiert werden. Seit 1917 wurden dort ca. 2,5 Mio t Ton selektiv gefördert. 1978 begann der Betreiber, WBB Fuchs, mit der Verfüllung und syste-matischen Rekultivierung in Form einer Aufforstung. Die insgesamt 29,6 ha (Gesamtfläche laut Rekultivierungsplan) werden zukünftig wie folgt genutzt: 15,70 ha Laubmischwald, 4,90 ha Suk-zessionsflächen, 0,95 ha Landschaftsteich sowie 8,00 ha betriebliche und gewerbliche Nutzung. Mit Plänen, Fotos und schriftlichen Dokumenten wird dieser Themenbereich anschaulich dargestellt.

Im Außenbereich befinden sich eine Reihe restaurierter historischer Geräte. Vom Fräslader über Schachtnachbauten bis zu Arbeitsgeräten kann Vieles besichtigt werden und darf auch angefasst werden. Das ehemalige Maschinenhaus ist komplett restauriert und lässt den Besucher erahnen, wie hier einst gearbeitet wurde.

Tagesanlagen/Hochrampe mit neuem Museumspavillon. Die Einweihung der Schachtanlage Gute Hoffnung war am 10. Dezember 1961. Über einen 38 m tiefen Senkrechtschacht wur-den pro Schicht über verschiedene Förderstrecken 50–60 t weißbrennende keramische Tone ge-wonnen. Von 1962–1979 (Stillegung wegen Unwirtschaftlichkeit) waren hier 20 Mann in 2 Schichten beschäftigt.